Künstliche Intelligenz in der zerstörungsfreien Prüfung
10:35: Wann wird ZfP-KI zu Hochrisiko-KI? — Was der EU AI Act für die zerstörungsfreie Prüfung bedeutet | M. Batur
Mit dem Inkrafttreten des EU AI Act steht die ZfP-Branche vor einer regulatorischen Realität, deren Tragweite vielen Marktteilnehmern noch nicht bewusst ist: Sobald KI-gestützte Prüfsysteme zur Bewertung sicherheitsrelevanter Bauteile eingesetzt werden, fallen sie häufig in die Kategorie „Hochrisiko-KI" — mit weitreichenden Pflichten zu Konformitätsbewertung, technischer Dokumentation, menschlicher Aufsicht und Risikomanagement.
Die Hochrisiko-Bestimmungen nach Annex I (Produktsicherheit) greifen ab dem 2. August 2027 vollumfänglich — gut 14 Monate nach dieser Tagung. Der Vortrag liefert einen praxistauglichen Übersetzungs-Rahmen zwischen EU AI Act und ZfP-Praxis. Anhand konkreter Fallbeispiele zeigen wir, wann eine ZfP-KI tatsächlich als Hochrisiko-System einzustufen ist und welche Pflichten daraus folgen — getrennt für Provider und Deployer.
Wir beleuchten den unterschätzten Rollenwechsel nach Artikel 25 (substantielles Nach-Training, geänderter Verwendungszweck, eigenes Branding) und zeigen, wie sich der AI Act mit der etablierten ZfP-Normenwelt (ISO 9712, ISO/IEC 17025, sektorale Verfahrensnormen) verzahnt.