14:00


Wohin fliegt die Drohne in der ZfP

R. Dendl - Ingenieurbüro Dendl

Drohnenbasierte Inspektionsverfahren entwickeln sich zu einem zentralen Bestandteil der zerstörungsfreien Werkstoffprüfung (ZfP), insbesondere im Druckgerätebau sowie in der Bauwerksdiagnostik. Durch den Einsatz spezialisierter Indoor- und Outdoor-Drohnen können schwer zugängliche oder sicherheitskritische Bereiche effizient und ohne umfangreiche Zugangstechnik untersucht werden. Neben der visuellen Inspektion hochauflösender Bilddaten ermöglichen integrierte Sensorsysteme zunehmend auch die Durchführung quantitativer Prüfverfahren, wie etwa Ultraschall-Wanddickenmessungen zur Bewertung von Korrosions- und Erosionszuständen. Ergänzend erlauben LiDAR- und photogrammetrische Methoden die Generierung präziser 3D-Punktwolken, die als Grundlage für digitale Zwillinge sowie für geometrische Analysen und Deformationsbewertungen dienen.
Im Druckgerätebau eröffnen drohnenbasierte Ansätze neue Potenziale für die Inspektion von Behältern, Kolonnen und Rohrleitungssystemen unter Berücksichtigung von Stillstandszeiten und sicherheitstechnischen Anforderungen. Parallel dazu gewinnt die Bauwerksdiagnostik, beispielsweise bei Brücken und industriellen Infrastrukturen, durch automatisierte Datenerfassung und reproduzierbare Inspektionsprozesse an Qualität und Effizienz. Der Einsatz von Methoden der Künstlichen Intelligenz, insbesondere im Bereich der Bildauswertung und Mustererkennung, ermöglicht eine automatisierte Detektion und Klassifikation von Schadensbildern wie Rissen, Korrosion oder Materialabtrag. Dadurch können Inspektionsdaten systematisch ausgewertet und Entscheidungsprozesse im Asset Management unterstützt werden. Insgesamt leisten drohnenbasierte ZfP-Verfahren einen wesentlichen Beitrag zur Digitalisierung, Effizienzsteigerung und Risikominimierung in der industriellen Instandhaltung und Bauwerksüberwachung.